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Dranginkontinenz:

Bei der Dranginkontinenz entsteht ein Starker nicht unterdrückbarer Harndrang mit Harnverlust.
Der Urin geht meistens im Schwall durch die Harnröhre ab, wobei die Harnblase nur wenig gefüllt ist.
Häufig liegt eine Überaktivität oder Instabilität des Blasenmuskels, sowie eine vermindertes Blasenfüllungsvolumen vor.

Es wird unterschieden zwischen:
- Motorischer Dranginkontinenz, wobei durch ungenügende Hemmung    des Blasenschließmuskels, der Blasenmuskel mit erhöhter
   Kontraktiosbereitschaft reagiert.
- sensorische Dranginkontinenz, wobei durch Entzündungen,
   Tumore, Steine in Blase oder Harnröhre der Blasenmuskel mit
   verfrühtem Harndrang reagiert.

Abflusshindernisse, wie z.B.Prostatavergrößerung können ursächlich für eine Dranginkontinenz sein.
Zudem können Störungen in dem für die Kontrolle der Blase zuständigen Gehirnteil, etwa nach einem Schlaganfall, Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose,
die Überempfindlichkeit auslösen. Bei sehr vielen Patientinnen findet sich aber keine Ursache für die Beschwerden.

Die Blase kann durch körperliche und seelische Belastung gereizt werden.
Das besagt auch ein altes chinesisches Sprichwort:"Die Blase ist der Spiegel der Seele".
Hilfreich sind Entspannungstechniken, wie z.B. Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen..)

Drangkontrolltechniken:
- Kurze, maximale oder langanhaltende maximale     Beckenbodenspannung (kann Blasenaktivität hemmen)
- Druck auf Klitoris oder Peniswurzel, oder Sitzen auf der Stuhlkante
- "Adduktorenbremse" (Überkreuzen der Beine)
- Glutaeusaktivität im Stehen (Gesäß kräftig anspannen)
- Ruhig atmen
- Meiden harntreibender Getränke (Kaffee, Tee, Alkohol...) oder    Lebensmittel( Spargel, Reis...)
- Verzicht auf Rauchen
- Kontrolle des Medikamentengebrauchs (z.B. Diuretika, Betablocker,    Prostaglandine wirken harntreibend)
- mentale Aufschubstrategien ("beruhigndes Gespräch mit der Blase")
- Drangreduzierende Körperhaltungen (z.B. vornüberbeugen zum    Schuhe zubinden)

Blasentraining bedeutet Wasserlassen nach der Uhr mit langsamer Verlängerung der Intervalle.

© A. Schwäbe